
In Nordrhein-Westfalen spielt die Finanzwirtschaft – ein Wirtschaftsbereich, den die meisten eher mit Frankfurt in Verbindung bringen – eine wichtige Rolle: Knapp
400 Kreditinstitute, also
Banken, Sparkassen, Bausparkassen, etc. haben in Nordrhein-Westfalen ihren Stammsitz. Damit liegt das Bundesland bundesweit an zweiter Stelle hinter Bayern. Darüber hinaus gibt es über
150 Finanzdienstleistungsinstitute und rund 200 Versicherungsunternehmen.
Zu den wichtigsten Banken in Nordrhein-Westfalen zählt unter anderem die
Landesbank WestLB, eine europäische Geschäftsbank, die in dem Bundesland stark verankert ist. Die
NRW.BANK ist die größte deutsche
Landesförderbank. Sie unterstützt unter anderem Existenzgründer und den Mittelstand. Traditionelle Privatbanken sind etwa Sal. Oppenheim in Köln und HSBC Trinkaus & Burkhardt in
Düsseldorf. Weil Anfang 2005 die Stadtsparkassen Köln und Bonn fusioniert haben, ist seither die größte kommunale Sparkasse Deutschlands in der Region ansässig.
Die Bruttowertschöpfung des Kredit- und Versicherungsgewerbes in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 betrug rund 20,0 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 13,7 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Die Bedeutung der Branche spiegelt sich auch in der Anzahl ihrer Arbeitsplätze wider: 213.000 Arbeitnehmer sind am
Finanzplatz Nordrhein-Westfalen tätig, davon rund 135.000 im Kreditgewerbe. Vor allem die Versicherungsbranche ist stark vertreten: Hier arbeiten rund 75.000 Personen und damit ein Viertel aller Versicherungsmitarbeiter innerhalb Deutschlands. Die Stadt Köln ist nicht nur ältester sondern mit 26.520 Mitarbeitern auch größter Versicherungsstandort in Deutschland.
Auch auf internationaler Ebene genießt der Finanzplatz Nordrhein-Westfalen einen guten Ruf: Düsseldorf beispielsweise ist ein wichtiger Standort für japanische Banken und mit einem Umsatz von rd. 60 Mrd. EUR in 2008 ist die
Börse Düsseldorf einer der führenden Börsenplätze in Deutschland. Köln beheimatet bedeutende ausländische Versicherer.