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Die Stadt von morgen gestalten

©Miovision|Roman Rohrberg

©Miovision|Roman Rohrberg

Das kanadische Unternehmen Miovision Technologies treibt die Vision der Smart City voran – auch in NRW.

Jede Stadt, ob groß oder klein, kann eine Smart City sein – mit diesem Gedanken unterstützt Miovision Technologies Städte und Gemeinden auf ihrem Weg zur intelligenten, vernetzten City. Das von drei Studienfreunden an der Universität in Waterloo gegründete Unternehmen hat sich zum Experten für moderne Verkehrskonzepte entwickelt. Warum Miovision Köln als erste Auslandsniederlassung gewählt hat, berichtet Roman Rohrberg, Regional Marketing Manager EMEA, im Interview.

  • Der Begriff Smart City ist mittlerweile in aller Munde – wie sieht aus Ihrer Sicht die Stadt der Zukunft aus?

Lassen Sie uns erst einmal definieren, was wir unter einer intelligenten Stadt verstehen. In meiner Vorstellung wird eine intelligente Stadt durch Daten definiert. Daten, welche eine Stadt nutzen kann, um die positiven oder negativen Auswirkungen ihrer politischen Entscheidungen zu beurteilen und um Verbesserungen durchzuführen.

Bei Miovision glauben wir, dass die eigenen Verkehrsdaten Städten - einen idealen Ausgangspunkt für mehr Datenorientierung bieten. Es ist ein Bereich, in dem die Städte bereits Daten sammeln, und in dem die Technologie es ermöglicht, mehr Daten zu generieren – und das an immer mehr Orten. Mehr Daten von mehr Punkten im Verkehrsnetz helfen den Kommunen, Staus zu reduzieren, die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Umweltbelastung zu verringern. All dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bürger.

  • Welche Rolle spielt intelligente Verkehrssteuerung in der modernen Stadt?

Immer mehr Menschen zieht es in Städte. Doch die meisten städtischen Gebiete haben nicht den Platz, ihr Straßennetz weiter auszubauen. Das bedeutet, dass Städte und Gemeinden Wege finden müssen, um die steigende Zahl an Menschen sicher und effizient durch ihr bestehendes Straßennetz zu bewegen.

Die Verfügbarkeit von Daten, aus denen man ablesen kann wie sich das Mobilitätsverhalten von Menschen im städtischen Netz abbildet, ist ein erster Schritt. Dabei spreche ich nicht ohne Grund von „Menschen“:  Viele Städte möchten Räume schaffen und verschiedene umweltfreundliche Methoden zur Fortbewegung fördern, zum Beispiel Aktive Mobiltät, zu Fuß gehen oder Fahrradfahren aber auch Micromobilität, zum Beispiel der E-Scooter. Es reicht also nicht aus, nur den Leicht- und Schwerverkehr zu messen. Wir benötigen multimodale Verkehrsdaten, um zu verstehen, wie wir die Mobilität der Menschen verbessern – und gleichzeitig die Sicherheit für alle gewährleisten können.

Mithilfe von genauen, multimodalen Verkehrsdaten können Verkehrsingenieure Möglichkeiten zur Optimierung ihrer Verkehrsnetze erkennen, die Bürger in Bewegung halten.

  • Wie hilft Miovision Technologies Städten auf ihrem Weg zur Smart City und in welchen Städten ist Miovision mittlerweile aktiv?

Miovision bietet die erforderlichen Lösungen, um den multimodalen Verkehr genau und einfach zu messen sowie zu analysieren. Eines der beliebtesten Produkte ist ein mobiles Gerät zur Durchführung von Verkehrsstudien: der Miovision Scout. Es handelt sich um eine temporäre, videobasierte Lösung, welche hoch über der Straße bzw. am Straßenrand angebracht wird. Diese Form der Aufstellung erhöht die Genauigkeit und stellt sicher, dass das Gerät keine persönlichen Daten wie Gesichter oder Nummernschilder erfasst. Das Gerät zeichnet Verkehrsvideos auf, dieses werden von Miovision ausgewertet und in präzise, detaillierte Verkehrsdaten umgewandelt.

Scout und DataLink zählen nicht nur Autos, sondern auch andere Fahrzeugklassen, Fußgänger, Radfahrer und – mit der gerade erschienenen Beta-Version – E-Scooter.

Wie nutzen Städte diese Daten? In der Stadt Luxemburg nutzte eine Designagentur die multimodalen Erfassungsfähigkeiten von Scout, um Daten darüber zu erheben, wie sich der stadteinwärts Verkehr auf die einzelnen Mobilitätsangebote verteilt – mit dem Auto, dem Bus, der Straßenbahn oder per Fahrrad. Die automatisch erhobenen Daten wurden mit manuell erfassten Daten über die Anzahl der Personen pro Fahrzeug kombiniert. Die Ergebnisse nutzten sie für eine Sensibilisierungskampagne: eine digitale Installation, die aufzeigte, wie viel Raum gemessen in Quadratmetern eine Person, auf Grund seiner Wahl des Fortbewegungsmittels, auf ihrem Weg durch die Stadt beanspruchte. Die Installation zeigte den Bürgern, dass durch häufigeres zu Fuß gehen, Radfahren und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln Raum geschaffen wird der Verkehrsstaus verhindern kann aber auch mehr Raum zur alternativen Nutzung im Stadtkern schafft. Dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten wie Städte Daten zur Unterstützung der öffentlichen Politik nutzen können bzw. einer der interessantesten Fälle in der Anwendung von Daten, die ich bis jetzt gesehen habe.

Luxembourg ist nur eine von 17.000 Gemeinden weltweit, die unsere Produkte nutzen. Dank unserem großen und wachsenden Kundenstamm in Deutschland und der Rest der Welt, konnten wir bis heute mehr als 23 Millionen Stunden auswerten, welches uns mehr als 9 Milliarden Fahrzeuge zählen lassen hat.

  • Seit 2011 ist Ihr Unternehmen auch außerhalb Kanadas aktiv. Warum wurde Deutschland und speziell Nordrhein-Westfalen als Standort gewählt?

Miovision wählte bewusst diesen Standort, speziell Köln, als Basis für den europäischen Markt. Der Standort bot uns Zugang zu Arbeitnehmern mit Fähigkeiten, die für uns relevant sind. Menschen, die gerne mit Kunden aus ganz Europa arbeiten sowie mehrere Sprachen sprechen. Ein wichtiger Faktor für uns war auch die gute Verkehrsanbindung, die es uns ermöglicht, unseren wachsenden Kundenstamm in ganz Europa schnell und einfach zu erreichen.

Wenn wir heute auf unser Kölner Office Team und unser Wachstum in ganz Europa schauen, können wir sagen, dass die Standortentscheidung für Köln bzw. NRW die Richtige war, um unsere Expansion über Nordamerika hinaus zu starten. 

  • Welche Zukunftspläne verfolgen Sie für Deutschland?

Wir planen, unseren Anteil am europäischen Markt aus Deutschland heraus weiter auszubauen.